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Beratungsgrundsätze & Verhaltenskodex

Für alle auf der Plattform tätigen Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater

Stand: April 2026

Verbindlichkeit: Diese Grundsätze sind Bestandteil der Registrierungsvereinbarung und für alle auf der Plattform tätigen Berater rechtsverbindlich. Verstöße können zur Sperrung des Accounts und zu Schadensersatzforderungen führen.

Präambel

Ernährungsberatung ist eine Vertrauensbeziehung. Klienten öffnen sich mit sensiblen Gesundheitsdaten, persönlichen Lebensumständen und körperlichen Informationen. Diese Grundsätze definieren den ethischen und fachlichen Rahmen, den alle auf dieser Plattform tätigen Berater einhalten müssen – nicht nur aus rechtlicher Pflicht, sondern als Ausdruck professioneller Integrität.

Die Plattform ist ein Werkzeug zur Unterstützung der Beratungsarbeit. Die fachliche und ethische Verantwortung liegt stets beim Berater als selbstständigem Unternehmer.

1. Unabhängigkeit & Objektivität

Berater handeln ausschließlich im Interesse ihrer Klienten. Alle Empfehlungen basieren auf fachlichen Erkenntnissen und den individuellen Bedürfnissen des Klienten – nie auf kommerziellen Eigeninteressen.

  • Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel oder Produkte erfolgen ausschließlich auf Basis medizinisch-nutritiver Erkenntnisse und der vorliegenden Klientendaten.
  • Berater dürfen die Plattform nicht dazu nutzen, für bestimmte Marken, Produkte oder Anbieter zu werben – weder offen noch verdeckt.
  • Provisionsvereinbarungen mit Produkt- oder Nahrungsergänzungsanbietern müssen dem Klienten transparent offengelegt werden. Werden sie nicht offengelegt, sind sie unzulässig.
  • Berater benennen Interessenkonflikte proaktiv und handeln, um diese aufzulösen.

2. Qualifikation & Kompetenz

  • Berater dürfen nur Leistungen erbringen, für die sie qualifiziert sind. Außerhalb der eigenen Fachkompetenz wird an geeignete Fachkräfte (Ärzte, Therapeuten) verwiesen.
  • Berater machen keine falschen Angaben zu Ausbildungen, Zertifizierungen oder Berufserfahrungen – weder im Profil noch im Beratungsgespräch.
  • Auf Anfrage des Plattformbetreibers können Berater verpflichtet werden, ihre Qualifikationsnachweise vorzulegen.
  • Berater halten ihre Fachkenntnisse durch regelmäßige Fortbildungen auf dem Stand der aktuellen Ernährungswissenschaft.

3. Schweigepflicht & Datenschutz

Berater unterliegen einer strengen Schweigepflicht gegenüber Dritten über alle im Rahmen der Beratung erlangten Informationen.

  • Gesundheitsdaten, persönliche Informationen und Beratungsinhalte eines Klienten werden nicht an Dritte weitergegeben – auch nicht in anonymisierter oder pseudonymisierter Form, ohne ausdrückliche Einwilligung des Klienten.
  • Berater sichern ihre Zugangsdaten zur Plattform sorgfältig und geben sie nicht weiter. Sicherheitsvorfälle werden unverzüglich dem Betreiber gemeldet.
  • Screenshots, Bildschirmaufnahmen oder sonstige Kopien von Klientendaten aus der Plattform sind nur für den internen Beratungszweck und mit entsprechender rechtlicher Grundlage zulässig.
  • Nach Beendigung des Beratungsverhältnisses sind alle außerhalb der Plattform gespeicherten Klientendaten gemäß den gesetzlichen Aufbewahrungspflichten und danach zu löschen.

4. Klientenwohl & Sorgfaltspflicht

  • Das Wohl des Klienten hat stets Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen des Beraters.
  • Berater erfassen und berücksichtigen alle relevanten gesundheitlichen Voraussetzungen (Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien) sorgfältig und aktualisieren diese regelmäßig.
  • Bei Anzeichen von Essstörungen, psychiatrischen Erkrankungen oder anderen medizinischen Auffälligkeiten wird umgehend an geeignete Fachkräfte verwiesen.
  • Berater übernehmen keine Klienten, wenn sie nicht die fachliche Kompetenz für deren spezifische Bedürfnisse besitzen.
  • Empfohlene Ernährungspläne sind individuell angepasst und berücksichtigen die in der Anamnese erfassten Daten. Generische Einheitspläne ohne Berücksichtigung der individuellen Klientenparameter entsprechen nicht dem fachlichen Standard.

5. Abgrenzung zur Medizin

Ernährungsberatung ist keine ärztliche Heilkunde. Berater müssen diese Grenze konsequent einhalten:

  • Keine Diagnosestellung: Berater stellen keine medizinischen Diagnosen, auch wenn Labordaten auf Erkrankungen hindeuten könnten. In solchen Fällen wird ausdrücklich auf einen Arzt verwiesen.
  • Keine Heilversprechen: Ernährungsempfehlungen werden nicht als Heilmittel für Erkrankungen dargestellt. EU-zugelassene Health Claims für Nahrungsergänzungsmittel dürfen nur im Rahmen ihrer gesetzlichen Zulassung verwendet werden.
  • Keine Medikamentenanpassung: Berater empfehlen keine Änderung oder Absetzen von ärztlich verordneten Medikamenten.
  • Klare Kommunikation: Klienten werden aktiv auf die Grenzen der Ernährungsberatung hingewiesen und darin bestärkt, bei medizinischen Fragen einen Arzt aufzusuchen.

6. Dokumentationspflicht

  • Berater nutzen die Plattform für eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation des Beratungsverlaufs.
  • Eingegebene Daten sind korrekt, aktuell und spiegeln tatsächliche Beratungsinhalte wider. Bewusste Falscheingaben sind unzulässig.
  • Berater sind für die Einhaltung etwaiger berufsrechtlicher Dokumentationspflichten selbst verantwortlich.

7. Werbung & Interessenkonflikte

  • Die Plattform darf nicht für bezahlte Werbung genutzt werden. Berater schalten keine bezahlten Produktempfehlungen oder gesponserten Inhalte über die Plattform.
  • Affiliate-Links oder provisionsbasierte Produktempfehlungen innerhalb der Plattform sind verboten, sofern sie nicht klar als solche gekennzeichnet und vom Klienten akzeptiert wurden.
  • Supplement-Empfehlungen auf der Plattform basieren ausschließlich auf dem Nährstoffbedarf des Klienten, nicht auf Produktmargen oder Lieferantenbeziehungen.
  • Berater melden dem Betreiber proaktiv, wenn sie in einem kommerziellen Verhältnis zu einem Produkt stehen, das sie häufig empfehlen.

8. Digitale Verantwortung & Plattform-Sicherheit

  • Berater gehen sorgsam mit der Plattform um und unternehmen keine Versuche, Sicherheitsmechanismen zu testen, zu umgehen oder auszunutzen.
  • Gefundene Sicherheitslücken werden unverzüglich und ausschließlich über den offiziellen Meldeweg (security@gesund-essen.life) dem Betreiber gemeldet (Responsible Disclosure). Die Ausnutzung von Schwachstellen ist strafbar.
  • Berater verwenden die Plattform nicht für automatisierte Massenanfragen oder sonstige Aktionen, die die Infrastruktur belasten könnten.
  • Gesundheitsdaten von Klienten werden nicht aus der Plattform exportiert und anderweitig unsicher gespeichert (z.B. unverschlüsselte CSV-Exporte auf privaten Endgeräten).

9. Fortbildung & fachliche Aktualität

Berater verpflichten sich, ihre Fachkenntnisse kontinuierlich auf dem aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft zu halten. Die Ernährungswissenschaft entwickelt sich fortlaufend weiter; veraltete Empfehlungen können dem Klientenwohl schaden. Der Betreiber stellt keine Fortbildungen bereit; die eigenverantwortliche Weiterbildung liegt beim Berater.

10. Folgen bei Verstößen

Verstöße gegen diese Beratungsgrundsätze können folgende Konsequenzen haben:

  • Verwarnung: Bei geringfügigen oder erstmaligen Verstößen kann eine schriftliche Verwarnung ausgesprochen werden.
  • Temporäre Sperrung: Bei wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen kann der Account temporär gesperrt werden.
  • Dauerhafte Sperrung: Bei schwerwiegenden Verstößen – insbesondere Datenmissbrauch, bewusste Falschinformationen, Nutzung zu Werbezwecken oder Sicherheitsgefährdungen – wird der Account dauerhaft gesperrt.
  • Schadensersatz: Für nachweisbare Schäden, die durch Verstöße entstehen (z.B. Datenschutzverletzungen, Reputationsschaden), haftet der Berater gegenüber dem Betreiber und ggf. dem betroffenen Klienten.
  • Strafanzeige: Bei strafrechtlich relevantem Verhalten (Datenmissbrauch, Betrug, unbefugter Computerzugriff) wird Strafanzeige erstattet.

Der Betreiber behält sich vor, im Einzelfall über die angemessene Reaktion zu entscheiden. Betroffene Berater werden vor einer dauerhaften Sperrung – sofern zeitlich möglich und kein Sicherheitsrisiko vorliegt – zur Stellungnahme eingeladen.